DAS ECHO VON PRÖSITZ

»Einem Besucher, der vorher noch nie hier war, würde ich das ‚Echo von Prösitz’ zeigen«, sagt Ute Hartwig-Schulz, die seit fast zwanzig Jahren auf dem Dreiseitenhof des Künstlergutes lebt und arbeitet. Die Prösitzer Attraktion der Aachener Architektin und Künstlerin Eva von der Stein steht symbolisch für die künstlerische Auseinan-dersetzung mit der Umwelt- belastung durch die A14 und arbeitet mit einem Klangphänomen. Das Rondell aus Ziegelsteinen ist nur von einer Knie hohen Mauer umgrenzt, doch sobald ein Besucher im Zentrum steht und spricht, entsteht ein sehr spezieller Hall. Auf Sicht- und Hörweite des Klangobjektes braust ununter- brochen die Autobahn vorbei. Gegensätzlicher kann Gehörtes kaum sein.

Natasha G. Allner

 

Die Aachener Künstlerin Eva von der Stein  kam auf das Künstlergut Prösitz im Sommer 2002. Ihr Credo ist es, Kunst an den Punkten zu setzen, wo sie zur Mehrung von Identität der Menschen mit dem jeweiligen Ort ent- wickeln hilft. Im Dorf Prösitz sah sie im neu zu entwickelnden Dorfplatz, der eine einzige Unkrautwüste war, ihren Wirkungsraum. Nunmehr begann ein mehrjähriger Arbeitsprozess, indem die Einwohner des Ortes genauso wie der Stadtrat von Mutzschen zur gemeinsamen Kraft wurden.

Dadurch konnte im Rahmen der Dorfstraßensanierung für das Kunstobjekt: »Das Echo von Prösitz« im Jahre 2003 eine Unter- stützung durch das Amt für ländliche Entwicklung erfolgen. Die eigendliche Realisierung gelang dann aber erst  im »Integrativen Sozialprojekt« mit Strafgefangenen der JVA Zeithain. Im Dorfalltag eingebettet, konnten mit Unterstützung des Kunsttherapeuten Alfred Haberkorn tagsüber am »Echo« gearbeitet und abends sich auf dem Künstlergut am Lagerfeuer unterhalten werden.

»Das Echo von Prösitz« ist eine kreisförmige Ziegelsteinfläche mit einer kniehohen Einfassung. Aus seiner Mitte heraus entsteht ein Echo, das sich einer rationalen Erklärung weitestgehend entzieht, warum es anfänglich auch das »Wunder von Prösitz« genannt wurde.





 
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